Archive for März 2009

Hetze
31. März 2009

Kampagne. Gerne auch: Hetzkampagne. Solche Worte gehen den Leistungseliten unseres Landes immer dann gerne über die Lippen, wenn ihre PR-Truppen die Medien mal nicht voll im Griff haben. Wenn also irgendwelche Journalisten nicht genehme, weil sehr unangenehme Themen aufgreifen und darüber berichten – was schließlich ihre Aufgabe ist. Dann ist das Gejammer groß: Kampagnenjournalismus.

Man muss sich ernsthaft Sorgen um die Kritikfähigkeit unserer Eliten machen. Nicht nur, dass sie bei dem leisesten Anflug von Kritik sofort in die Schmollecke flüchten. Sie keilen zurück: Hetzkampagnen. Das ist ein schweres Geschütz. Hetzkampagnen hat der Stürmer gefahren. Für das, was unsere Medien sich da stellenweise leisten, geht es auch eine Nummer kleiner. Bei den beiden Herren gesetzteren Alters, die unliebsame Schlagzeilen derart diskreditieren wollen, gilt nicht mal das.

Fritz Schramma, bald Ex-Oberbürgermeister von Köln, hat den dortigen Klüngel nicht im Griff. Unter seiner Ägide bauen die örtlichen Verkehrsbetriebe offenbar so richtig Mist und auf der Severinstraße ist der Verlust von zwei Menschenleben sowie etwas Infrastruktur zu beklagen. Hartmut Mehdorn, zweiter Vorname Bahnchef, tritt zurück, weil sich seine Leute ein bisschen zu sehr für die E-Mails seiner Mitarbeiter interessiert haben.

Man darf darüber streiten, ob Schramma Elite ist, oder ob er sich nur geschickt nach oben geschunkelt hat. Bei Mehdorn lasse ich den Begriff eher gelten, zumindest zur Einkommenselite dürfen wir ihn sicher zählen. Beide tragen die Verantwortung für etwas, das die Presse auch ohne Hetze einen Skandal nennen darf. Wenn durch Bauarbeiten ein paar Häuser einstürzen und dabei zwei Menschen zu Tode kommen, ist das ebenso ein Skandal wie die systematische Bespitzelung von tausenden Mitarbeitern durch die Unternehmensspitze.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Herren persönlich Schuld auf sich geladen haben. Als oberste DIenstherren tragen sie die Verantwortung. Das festzustellen hat mit Hetze nichts zu tun. Die Versuche der Mächtigen, Kritik auf diese Weise zu diffamieren, sind symptomatisch. Sie sehen nicht ein, dass sie in ihrer Position, die ihnen ein stattliches Einkommen garantiert, Rechenschschaft schuldig sind – und Kritik aushalten müssen. Das ist heutzutage eine aussterbende Qualität. Sieht man auch bei DSDS.

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Party
31. März 2009

Aus gegebenem Anlass.

Wild Thing
28. März 2009

Wahre Worte VII
27. März 2009

I’ve decided to become a „Death of Newspapers“ blogger. I’ll join the ranks of Jeff Jarvis, Paul Gillin, Jay Rosen and Clay Shirky in competing to see who can use the most jargon to describe something everyone knows is happening.
Paul Dailing, Huffington Post

(via)

Lame
22. März 2009

Findet sonst noch jemand diesen Yes-Men-Abklatsch von Attac unlaublich lame?

Metropolis
21. März 2009

Abt. Musik von alten Säcken für alte Säcke.

Chasing Ambulances
20. März 2009

Vorgestern lief im dritten Programm des NDR, wie jeden Mittwoch, ZAPP, das voll investigative Medienmagazin, mit Journalistenschelte wegen Winnenden, aber ohne angebrachtes Tagesschau-Bashing. Hatten wir schon. Heute nun kommt so langsam die Debatte um ethische Grundsätze der Journaille in Gang, mit wohfeilen Vorschlägen wie einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Medien.

Nett gemeint, wird nur leider nicht funktionieren. (mehr …)

My Space
19. März 2009

Grüße an Günni und das Team.

Qualitätsfernsehen
19. März 2009

Zapp, das ist das total investigative Medienmagazin des NDR. Es war zu erwarten, dass sich die Wächter des wahren und guten Journalismus kritisch mit dem Medien-Amok in Winnenden beschäftigen. Anja Reschke, die so ungefähr das repräsentiert, was sich die Öffentlich-Rechtlichen unter einer journalistischen Sexbombe vorstellen, darf sich, wie immer schön selbstgerecht, über das Treiben der Medienmeute mokieren. Schon okay, dass mache ich hier ja nicht anders, nur weniger sexy.

Doch wie so oft bei Zapp beweisen die öffentlich-rechtlichen Elitejournalisten, dass sie zwar prima mit dem Finger auf andere zeigen können, den Misthaufen vor der eigenen Tür aber ignorieren. In zwei Beiträgen zum Thema Winnenden – einer davon über Recherchefehler – kein Wort über die gefakte Ankündigung auf Krautchan. Dann hätte Anja ja ihren Arbeitgeber rüffeln müssen, schließlich hat die vom NDR verantwortete Tagesschau die Falschmeldung noch um 20 Uhr verbreitet als sie es schon hätte besser wissen müssen.

Medien-Amok
18. März 2009

Heißt das, dass der Stern am meisten gezahlt hat? Offensichtlich.

Und wohl auch Beckmann. Your GEZ-Gebühren at work.