Zapping again

Früher war das ja mal anders, da gab es am Samstagabend tatsächlich was im TV, was man auch angucken konnte, wenn man nicht zur Zielgruppe 60+ gehört. Einen guten Spielfilm zum Beispiel. Heutzutage hat man die Wahl zwischen irgendeinem Blasmusi-Stadl (ARD), einer Inga-Lindström-Schmonzette oder „Wetten, dass“ (ZDF) sowie DSDS beziehungsweise „Die 100 XXXXX-Hits der YYYY (RTL). Der Rest sendet Wiederholungen der Wiederholungen. Da weicht man aus lauter Verzweiflung auf die Spartenkanäle aus und wird mit Glück manchmal sogar fündig.

Heute abend zum Beispiel bei 3sat: BE-Grandseigneur Claus Peymann, zwei Theater-Schrateln (Eva Behrendt und Jenny Erpenbeck) und ein alternder Dandy (C. Bernd Sucher) sollen in einer als „Preiskampf“ annoncierten öffentlichen Jurysitzung den 3sat-Preis für das Berliner Theatertreffen vergeben. Was für ein grandioses Trainwreck. Peymann ist lange genug im Geschäft, dass er sich um seinen Ruf keine Sorgen mehr machen muss. Also erklärt er den verschwurbelten Theater-Tussen und dem Dandy, was er so alles scheiße findet. Schön zu beobachten, wie Kulturkonsensmenschen nach Luft schnappen, wenn jemand eine klare Meinung hat und nicht alles totdifferenziert.

Selten so unterhaltsame 60 TV-Minuten gesehen.

Nachtrag: Livebericht im Blog des Theatertreffens und Nachbearbeitung im Freitag:

So gehen „Preiskämpfe“ eben aus, wenn ein rhetorischer Puncher gegen argumentative Leichtgewichte antritt.

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