Direct to video

Direct to video (heute ist damit die DVD gemeint) war früher ein Gütesiegel für Filme, das zweierlei bedeuten konnte: Man hatte es mit wirklichem Trash zu tun oder mit abseitigem Edel-Trash, vulgo Kult. Filme, die in den USA nicht einmal eine begrenzte Kinoauswertung hinbekommen haben, waren entweder zu B bzw. C oder zu Indie und landeten auf direktem Weg in der Videothek.

Ein Problem der Filmindustrie ist, dass das heute auch immer mehr A-Filmen und „großen“ Indies passiert und ein nicht kleiner Teil des Publikums damit unversorgt bleibt. Es werden zwar immer mehr Filme gemacht, doch kommen immer weniger davon ins Kino. Da laufen nämlich nur noch die Sure Bets: die Marvel-Verfilmung du Jour, Transformers 2 und der Star Trek 20.

Auch bei den Indies ist die Situation nicht besser. Die Superhelden heißen hier Manoel de Oliveira, Mike Leigh oder Woody Allen, alle deutlich jenseits der 60. Die dürfen ihre säftelnden Altherrenphantasien noch auf Zelluloid ausleben. Andere, wie etwa John Sayles, landen direkt auf DVD, wenn überhaupt.

Das jüngste Opfer: John Woo, dessen China-Epos Constantin eigentlich im Juli in die Kinos bringen wollte. Heute kommt die Nachricht, dass daraus nichts wird und „Red Cliff“ erst im Herbst und nur auf DVD erscheinen wird. Und jetzt erzähl mir keiner, dass daran die Filesharer Schuld sind.

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