Archive for Juni 2009

Werber
27. Juni 2009

Gerade bei vowe auf das hier gestoßen:

„Woman are soft and gentle. But they hit things.“ Man sieht sie vor sich, die smarten Copytexter, high fiving each other.

Eins führt zum anderen, so ist das Internet:

Oder das hier:

Good ol‘ advertimes? Mitnichten. Die Branche, in der immer noch „2 Cs in a K“ als Blaupause für jeden Haushaltswarenspot gilt, hat sich nie wirklich geändert. Nur die Zeichen sind andere, die Sujets bleiben.

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Arm, aber sexy
27. Juni 2009

Ökonomisch betrachtet befindet sich die Stadt an der Spree seit Jahrzehnten auf der Schattenseite. Der Abstand zu den anderen Metropolen ist riesig. Die Wirtschaftsleistung von München, Köln, Frankfurt oder Hamburg liegt mindestens 30 Prozent höher, hat jetzt das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnet. […]

Aus dem Vergleich der wirtschaftlichen Situation Berlins mit der anderer großer Städte in Deutschland und Europa errechnet das DIW, dass die Stadt rund 370.000 Arbeitsplätze weniger hat, als bei ihrem Bevölkerungspotential „normal“ wäre.

Steht so beim Spiegel. Offenbar haben das die Berliner Vermieter noch nicht ganz mitbekommen. Die denken, Berlin sei schon wie Hamburg und freuen sich über die schwäbischen Doppelverdienerfamilien aus dem Dunstkreis von Bundestag, Regierung und Lobby, die im Prenzlauer Berg Fantasiemieten für mittelmäßige Altbauwohnungen zahlen. Der Mieterverband beklagt die Verdrängung der weniger Wohlhabenden aus dem Stadtzentrum, wo die Polit-, Medien- und Promikamarilla bald unter sich ist.

Ich will aber nicht nach Spandau.

Honorare
26. Juni 2009

Das ZDF reagiert heute per Pressemitteilung:

Diskussion über Nebentätigkeiten von Journalisten
Intendant Schächter: „ZDF plant strengere Genehmigungspraxis“

Zur aktuellen Diskussion über Nebentätigkeiten von Journalisten sagte ZDF-Intendant Markus Schächter am Freitag in Mainz: „Nebentätigkeiten können aus rechtlichen Gründen nicht grundsätzlich verboten werden. Deshalb haben wir im ZDF ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren. Dabei wird unter anderem geprüft, ob durch die Nebentätigkeit Interessen des ZDF oder die journalistische Objektivität tangiert werden.“

In einer Beratung mit dem Fernsehrat kündigte er an, das ZDF plane für TV-Moderatoren eine strengere Genehmigungspraxis: „Wir werden uns die Höhe der Honorare künftig genauer ansehen. Sie darf nicht zu einer Beeinträchtigung der journalistischen Arbeit führen. Ich lasse außerdem prüfen, ob eine offensive Vermarktung der Bildschirmpopularität etwa durch eine Agentur einen Ablehnungsgrund darstellen kann.“

Schächter kündigte weiter an, dass er den ZDF-Verwaltungsrat künftig regelmäßig über die Thematik informieren und das Thema auch auf Spitzenebene mit der ARD besprechen werde. Gleichzeitig warnte er aber auch davor, Nebentätigkeiten pauschal zu verdammen. Viele seien wichtig und sinnvoll. Schächter: „Es stärkt auch das Renommee des Senders, wenn bekannte Protagonisten als Redner, Experten oder Moderatoren in der Öffentlichkeit auftreten. Das gilt im Übrigen nicht nur für Rundfunkanstalten, sondern auch für Pressejournalisten.“

Heißt: Wenn sie nicht zu gierig werden, ist doch alles in Butter. Und außerdem machen es doch alle. Brender meinte das mit der Transparenz ein bisschen ander, glaube ich.

Transparenz
26. Juni 2009

Da waren sie bei Zapp glaube ich ganz schön überrascht, was die da für einen Stinker ans Tageslicht gezerrt haben. Die Bild ist direkt drauf angesprungen, aber auch in allen anderen Medien waren die Damen und Herren Edelqualitätsjournalisten plötzlich selbst Thema. Wie unangenehm.

Das schöne Echo war für Zapp Anlass genug, eine Woche später nochmal nachzulegen. In dem Bericht darf NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann die Obermuschi geben und ein paar Tränchen über die böse Personalisierung vergießen, weil die Medien ein paar Leute herausgegriffen haben und es schließlich doch alle machen. Er findet nichts dabei, dass Journalisten Nebenjobs machen. Stimmt ja auch. Sie sollten nur genau abwägen, ob das sein muss. Bei RTL aktuell haben sie das offensichtlich nicht nötig.

Ansonsten eiert die NDR-Obermuschi für meinen Geschmack ein bisschen zu viel rum. Die Höhe der Honorare (die Agenturen kassieren bei Auftraggebern bis zu 20.000 Euronen ab, wie viel davon bei Buhro, Kleber und Konsorten hängen bleibt, wollen die ja nicht sagen) erklärt Beckmann damit, dass „herausragende Journalisten“ (also seine öffentlich-rechtliche Elite-Truppe) eben „ein Stückchen mehr verdienen“.

Warum Beckmanns Elitekader so „herausragend“ ist, weiß ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, der eine deutlich klarere Meinung vertritt. Wie hier auch schon bemerkt, zieht die öffentlich-rechtliche Fernsehjournaille ihren „herausragenden“ Status, ihre Prominenz und damit ihren Marktwert allein aus ihrem Job bei ARD oder ZDF. Sie sind mitnichten bessere Journalisten als andere, auch wenn sie das gerne glauben möchten.

Bender fordert zu Recht absolute Transparenz, und die Zapp-Tanten wollen schonmal mit gutem Beispiel vorangehen. Anja Reschke veröffentlicht im neuen Zapp-Blog ihre Nebenverdienste, Kollegin Inka Schneider nicht, erklärt aber mal, wie das mit freien Moderatoren so läuft.

Reschke und Schneider sind beide „frei“ und weisen damit auf einen Systemfehler hin. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es gewisse Vorgaben und Tarifstrukturen für die Mitarbeiter. Promis sind nach solchen Tarifen nicht zu bezahlen. Deshalb arbeiten die gerne frei oder, wenn sie richtig Kohle machen wollen, produzieren ihre Sendung gleich selbst. Bei Claus Kleber hat das ZDF auch eine Hilfskonstruktion gewählt, um den Mann angemessen bezahlen zu können.

Transparenz hieße hier auch, ehrlicherweise zuzugeben, dass das Tarifsystem der Öffentlich-Rechtlichen dem Starsystem Fernsehen nicht mehr gerecht wird und dann publik zu machen, was die Kollegen Kerner und Kleber denn so kriegen vom Gebührenkuchen.

Fucktards
25. Juni 2009

fucktards

(im Schredder gefunden)

Yo, Kitty
24. Juni 2009

(Irgendwo im Netz gefunden)

Krieg!
24. Juni 2009

Der Oberbürgermeister von Cottbus, Frank Szymanski (SPD), ist bei der Sitzung des Stadtparlaments am Mittwochabend mit einem rohen Ei attackiert worden. Unmittelbar nach der Zustimmung zum Verkehrskonzept der Stadt bis 2020 rief ein älterer Gast von der Saaltribüne «Wir sind das Volk!» und warf das Ei in Richtung des Sitzungspräsidiums. Dort schlug es auf dem Tisch neben dem Oberbürgermeister auf, ohne ihn zu verletzen. Das Stadtoberhaupt verurteilte die Attacke, die zum ersten Mal bei einer derartigen Sitzung passiert sei.

Das ist eine dpa-Meldung von gerade. Hervorhebungen von mir. Qualitätsjournalismus. Mmmmh.

Marktwert
19. Juni 2009

Das sind die Honrorare, die Agenturen für einen Auftritt der öffentlich-rechtlichen Promis verlangen. Bei den, nun ja, Journalisten bleibt davon deutlich weniger hängen, wenn man den Aussagen des einzigen Großverdieners glauben mag, der sich für diesen Zapp-Beitrag vor der Kamera äußern wollte. Auch sonst ist der Beitrag ganz sehenswert, einiges war hier schon zu lesen.

Einnehmende Wesen“ nennt die Süddeutsche unsere Qualitätsjournalisten.

Update: Jetzt wird’s ungemütlich.

Dienstreise
18. Juni 2009

Techies auf Dienstreise. Kongress in irgendeiner westdeutschen Großstadt. Abends lecker essen gehen, mit dem Kollegen. Natürlich im Steakhaus, da weiß man, was man hat. Beide Anfang Vierzig, verheiratet, Haaransatz auf dem Rückzug. Klassisches Outfit, Bundfaltenhose, dazu ein Hemd in Modefarben, halber Arm. Einmal lindgrün mit passender Krawatte, einmal rosa. Billige Schuhe. Fensterplatz.

Reden über den Job und so. Exchange-Server managen. Kollege XY, der Vollidiot. Ginge ja besser, aber Management hat keine Ahnung. Das neue Nokia ist draußen, bisschen bessere Kamera und größeres Display. Der Vorgänger deshalb jetzt für 300 zu haben. Gutes Teil. Neues Navi, kann man auch benutzen, um die echte Höchstgeschwindigkeit der neuen Familienkarre zu checken. Weiß man ja nicht, „wenn die Nadel bei 240 am Anschlag ist“.

Ach ja, der neue Golf GTD ist draußen. Geht eigentlich gar nicht, GTD. Aber die Benziner, die saufen. Wenn man die ausfährt, auf der Autobahn, richtig Geschwindigkeit, dann nehmen die 17, 18 Liter. Der Kollege mit dem GTI, will gar nicht wissen, wie oft der tankt. Aber GTD, das geht ja gar nicht.

M.
13. Juni 2009

Heute denke ich an einen langjährigen Mitstreiter und einen schönen Abend auf seiner Hacienda. Alles Gute, alter Mann.