Abstieg

Mit der unnötigen Heimpleite gegen Nürnberg dürfte auch der letzte Zweckoptimist begriffen haben, dass es für Hertha BSC Berlin am Ende der Saison nur einen Weg gibt: den in die zweite Liga. Und zwar ohne Umweg über den letzten Strohhalm Relegation. Natürlich müssen Gegenbauer, Preetz und Konsorten weiter Optimismus verbreiten, solange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist. Aber das Gesicht von Preetz nach dem späten Siegtor der Nürnberger sagt eigentlich alles: dem Manager ist in dem Moment schlagartig klar geworden, dass Hertha absteigen wird.

Auch Preetz trägt dafür die Verantwortung. Allerdings nicht alleine. Zudem war und ist sein Handlungspielraum eingeschränkt. Der lange Schatten von Dieter Hoeness liegt noch über dem Verein. Hertha zahlt einen hohen Preis für die Misswirtschaft der vergangenen Jahre und die absurde Autosuggestion der Verantwortlichen, die wohl tatsächlich geglaubt haben, man könne aus der alten Dame eine Gelddruckmaschine à la FC Bayern machen.

Den Jungs vom Hertha-Blog geht jetzt die Muffe, für die jüngeren Fans ist „1995“ ein echtes Horrorszenario. Been there, done that. Alles halb so wild. Zweite Liga kann auch Spaß machen. Allerdings braucht der Verein da erstmal eine Erneuerung. Preetz ist dafür immer noch der richtige Mann. Er sollte die Chance bekommen, den Karren auch wieder aus dem Dreck zu ziehen. Weil reingefahren haben ihn andere – zu allererst die Mannschaft.

Auf Funkel allerdings kann ich verzichten – wenig überraschend steht der Trainer zur Debatte. Die MoPo gibt ihm noch ein paar Tage. Wer kommt danach? Ich bin gegen einen Feuerwehrmann oder eine Übergangslösung. Wir brauchen eine Perspektive für die zweite Liga. Nur wer? Sverrisson oder Rekdal sind verlockende Lösungen, aber ich habe da meine Zweifel. Heine? Tretschok? Ich weiß es nicht.

Noch ein paar Worte zur medialen Entrüstung über die „Ausschreitungen„: Regt euch mal wieder ab. Das war ja nun nicht Heysel. Ein bisschen Ostkurve müsst ihr schon abkönnen, die steigen auch nur alle paar Jahre ab. (Und was Schäfer sich da geleistet hat, war vielleicht nicht ganz fein, gehört aber ebenso dazu.) Für die Clubführung ist es eine willkommene Abklenkung, sich jetzt mit den Hools zu beschäftigen. Da kann man die Planung für die zweite Liga noch ein bisschen liegen lassen.

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